Der HOKA Challenger 7 im Test

Schafft die neueste Auflage, wie beworben, den Spagat zwischen Straßenlauf- und Trailrunning-Schuh?

Jetzt wo die Tage länger werden, was gibt es da Verlockenderes, als sich nach einem langen Tag vor dem Bildschirm auf einen Waldlauf zu begeben? Schnür einfach die Schuhe und verlass das Haus in Richtung der nächstgelegenen Trails. Ganz einfach! Aber wie viele von uns haben wirklich einen Wald direkt vor der Haustür?

Weder möchten wir die Stollen unserer Lieblings-Trailrunning-Schuhe auf Asphalt abnutzen noch ausrutschen und auf dem Hintern landen, sobald wir auf matschiges Gefälle treffen. Angesichts dieses Szenarios hat Hoka den Challenger entwickelt, einen „trailfähigen Straßenlaufschuh“, der ein Sohlenprofil besitzt, das von Gravelbike-Reifen inspiriert wurde (schnell auf der Straße, griffig im Gelände, mit kleinen, dichten Stollen in der Mitte und größeren, aggressiveren Stollen am Rand).

Unsere Redakteurin und begeisterte Trailläuferin Jessica hat den Challenger 7 einen Monat lang getestet und findet, dass es jetzt an der Zeit ist, die Ergebnisse mit euch zu teilen.

Das getestete Produkt

Trailrunning wird immer beliebter – und das nicht nur an den traditionellen Hotspots wie den Alpen. Wie können wir also ein bisschen von dieser Magie in den Alltag bringen, ohne in eine Schutzhütte zu ziehen? Du musst nicht lange suchen, um ein paar Hügel und Trails in der Nähe unserer großen Städte zu finden. Sie haben zwar nicht das Kaliber der Zugspitze, aber bieten definitiv abwechslungsreiches Terrain und ein paar Höhenmeter, um dich in der Zeit zwischen größeren Trail-Ausflügen bei der Stange zu halten. Generell kann das Variieren deiner Trainingsläufe ein großer Motivationsschub sein – auch für die überzeugtesten Straßenläufer*innen.

Der adidas TERREX Agravic Flow 2.0 Trailrunning-Schuh im Test

Faktencheck: Was der neue Challenger zu bieten hat

Der Challenger 7 stellt die neueste Entwicklungsstufe der Challenger-Serie dar und knüpft an den Challenger 6 an. Er ist leichter als sein Vorgänger und verfügt über eine größere Standhöhe sowie neue Materialien.

Ich habe ein Paar in der Farbkombination Trellis/Mist Green getestet und bin großer Fan dieser Farbtöne. Natürlich habe ich der Farbgebung eine neue Nuance, nämlich „Schlammgraubraun“, durch getrockneten Matsch beigemischt, aber insgesamt gefällt mir das Aussehen des Schuhes. Die subtilen Strukturen, von gestreift zu gepunktet, beinahe wie ein Zebramuster, die Hoka in das Obermaterial gewoben hat, spielen wunderbar zusammen.

Die wichtigsten Daten zum Hoka One One Challenger ATR 7 Laufschuh im Überblick

  • leichter als sein Vorgänger
  • bietet mehr Standhöhe
  • neue Materialien: vereinfachtes Mesh-Obermaterial, Zwischensohle aus formgepresstem EVA-Schaumstoff, Durabrasion-Laufsohle aus Gummi
  • Einsatzzweck: Roadrunning, Trailrunning
  • Gewicht pro Schuh: 252 Gramm
  • Sprengung: 4 mm
  • Absatzhöhe: 31 mm
  • Vorfußhöhe: 26 mm
  • Stabilität: Neutralschuh
  • Dämpfung: ausgeglichen
  • auch als GORE-TEX Version erhältlich
  • zwei Weiten: „regulär“ und „weit“
Der HOKA Challenger 7 Trailrunning-Schuh im Test: leichteres Gewicht, größere Standhöhe und ansprechende Farbkombinationen
Der neue Challenger 7 überzeugt mit leichterem Gewicht, größerer Standhöhe und ansprechenden Farbkombinationen.

Es gibt die Schuhe in vielen Farbvariationen, von dynamischen, sich beißenden Farbkombinationen hin zu gesetzteren Farbtönen von Blau und das klassische Schwarz, das immer geht. Es gibt zwei Weiten, „regulär“ und „weit“ und die Wahl zwischen der Männer- oder Frauenpassform. Der Challenger ist auch als GORE-TEX-Version erhältlich für diejenigen, die bei Regen unbedingt trockene Füße behalten wollen.

Erster Eindruck: Die Meta-Rocker-Technologie überrascht

Als ich diese Schuhe zum ersten Mal angezogen habe, war der vorherrschende Eindruck der, dass sie keinen meiner Laufschuhe, die ich aktuell in Gebrauch habe, ähneln. Die Sohle ist deutlich gebogen und wölbt sich an der Ferse und den Zehen nach oben, um den Schwung der Abrollbewegung mitzunehmen und einen schnelleren Übergang von der Ferse zum Vorderfuß zu ermöglichen. Eine gebogene Sohle ist nicht ungewöhnlich, aber die Wölbung ist in diesem Fall viel ausgeprägter als üblich. Hoka nennt das „Meta-Rocker“ und diese Technologie hat mich wirklich überrascht, vor allem in Kombination mit der großen Standhöhe und der Sprengung (Höhenunterschied/Gefälle zwischen Hacken und Zehen) von fünf Millimetern – was für konventionelle Laufschuhe eigentlich eher niedrig ist, aber nicht für mich, da ich in letzter Zeit hauptsächlich flache, minimalistische Schuhe ohne Sprengung getragen habe.

Der HOKA Challenger 7 Trailrunning-Schuh im Test: Meta-Rocker-Technologie
Die innovative Meta-Rocker-Technologie sorgt für einen überraschend anderen Laufkomfort und effizienten Abrollvorgang.

Es dauerte nicht lange, bis ich mich wieder daran gewöhnt hatte, aber die ersten Schritte fühlten sich unglaublich strukturiert und nicht wirklich intuitiv an. Es war, als ob der Schuh mir Entscheidungen abnahm, die sonst völlig meiner Kontrolle unterlagen. Nachdem ich über die anfängliche Verwirrung hinweg war, begann ich, das federnde Gefühl zu genießen und kam in den „Flow“.

Als Läuferin, die mit Achillesfersenproblemen zu tun hatte, weiß ich die sanfte Unterstützung durch die verlängerte Fersenlasche zu schätzen. Der zusätzliche Halt und die Polsterung fühlen sich bequem an, ohne zu dominant zu sein. Immer wenn ich jetzt andere Schuhe trage, vermisse ich das unkomplizierte An- und Ausziehen, was durch diese Fersenlasche gegeben ist.

Der HOKA Challenger 7 Trailrunning-Schuh im Test: verlängerte Fersenlasche
Die verlängerte Fersenlasche bietet sanfte Unterstützung und bequemen Halt für Läufer mit Achillesfersenproblemen.
Der HOKA Challenger 7 Trailrunning-Schuh im Test: Mittelsohle und
Die gedämpfte Mittelsohle bietet hohen Komfort, während die "Active Foot Frame"-Technologie für stabilen Halt und glückliche Fersen sorgt.

Die gedämpfte Mittelsohle, für die Hoka bekannt ist, kommt hier in der „Plüsch“-Version, was bedeutet, dass die Polsterung noch weicher und elastischer ist, um Stoßkräfte zu absorbieren und den Fuß zu schützen. Das sorgt natürlich für einen hohen Komfort, aber es fühlte sich an, als ob ich nicht genug Rückmeldung vom Untergrund bekam – etwas, was ich für meinen aktiven Laufstil brauche und was nötig ist, um die Trails wirklich zu erfühlen und zu erleben.

Die stabilisierende „Active Foot Frame“-Technologie fühlte sich unglaublich an, als ob mein Hacken sanft umschlossen wird. Ich musste aufpassen, dass ich die Schnürung richtig festziehe (wie eigentlich bei jedem Schuh), sodass ich keinen Fersenschlupf habe, aber wenn meine Hacken fest eingepackt waren, blieben sie für viele Kilometer glücklich.

Die Zehenbox sorgt jedoch nicht für glückliche Zehen auf längeren Strecken und in anspruchsvollerem Gelände. Mehr Zehenfreiheit wäre nicht verkehrt, das wurde besonders bergab deutlich.

Der HOKA Challenger 7 Trailrunning-Schuh im Test: im Einsatz auf vielfältigen Bodenverhältnisse zwischen Matsch und Asphalt
Der Challenger 7 meistert vielfältige Bodenverhältnisse zwischen Matsch und Asphalt, aber ist für technisch anspruchsvolle Trails weniger geeignet.

Im Einsatz: Der Challenger 7 zwischen Matsch und Asphalt

In der ersten Testwoche habe ich diese Schuhe mit nach Hamburg genommen, um insgesamt 57 Kilometer mit 1.108 Höhenmetern in den Harburger Bergen und Moorburg zu laufen. Auf den vier Läufen, alle mit zwischen zehn und zwanzig Kilometern Länge, gab es weder Schnee noch Eis, aber viel Matsch und eine große Vielfalt an Bodenverhältnissen.

In meiner Heimat im Nordwesten Englands war das Terrain technisch zu anspruchsvoll. Der Challenger 7 ist für steile Trails, die sich schnell mal in Wasserfälle verwandeln, und für sumpfige Felder nicht gemacht – aber das ist ja auch nicht der Einsatzzweck, für den dieser Allrounder-Schuh entwickelt wurde, dafür gibt es reine Trailrunning-Schuhe.

Die Schnürsenkel könnten etwas griffiger sein. So sehr ich es liebe, im Regen zu laufen, hasse ich es, wenn ich meine Schnürsenkel zubinden muss, wenn sie völlig mit Matsch bedeckt sind.

Beim Laufen auf Asphalt fühlte es sich an, als ob die Stollen manchmal zu sehr am Untergrund klebten, was eine lästige Reibung verursachte. Ich hatte das Gefühl, meine Füße von dem Grip befreien zu müssen. Natürlich ist das Teil des Kompromisses bei einem Schuh, der auch dafür konzipiert ist, auf weniger stabilen Untergründen gut zu performen.

Der Schuh ist voluminös, trotz seines geringen Gewichts, was, wenn du so oft unterwegs bist wie ich, ärgerlich beim Packen ist. Der Vorteil jedoch bei einem „trailfähigen Straßenlaufschuh“ ist, dass du wahrscheinlich nur ein Paar Schuhe auf deine Reisen mitnehmen brauchst – statt zwei.


Fazit: Trail-Einstieg leicht gemacht mit dem Hoka Challenger 7

Als passionierte Trailläuferin bin ich natürlich auch in extremen Wetterverhältnissen und auf sehr anspruchsvollem Gelände unterwegs. Wenn ich hingegen als leistungsorientierte Sportlerin auf der Straße laufe, dann soll der Schuh schnell sein. Daher hing die Messlatte für meinen Test sehr hoch. Für diese beiden extremen Szenarien ist dieser Schuh nicht gemacht und Hoka behauptet das auch nicht.

Ich würde diese Schuhe wärmstens Gelegenheitsläufer*innen oder Anfänger*innen empfehlen, die wahrscheinlich nicht extra Geld hinlegen wollen für spezielle Trailrunning-Schuhe - zusätzlich zu ihren Straßenlaufschuhen.

Der HOKA Challenger 7 Trailrunning-Schuh im Test: Fazit
Der Hoka Challenger 7 eignet sich perfekt für Gelegenheitsläufer*innen und Anfänger*innen, die einen vielseitigen Schuh für Trail- und Straßenlauf suchen.

Der Challenger 7 ist eine großartige Option für kürzere, profilierte Distanzen, bei denen die Bergabpassagen nicht allzu steil sind, genauso wie für längere Läufe ohne viele Höhenmeter aber mit wechselnden Untergrundverhältnissen.

Dieser Schuh kann der Wegbereiter sein, nicht nur für den Übergang von der Straße auf den Trail in einem rein physischen Sinne, sondern auch für Straßenläufer*innen, die gerne mal Trailrunning ausprobieren wollen. Von daher liegt Hoka mit dem Vergleich der Sohle zu einem Gravelbike-Reifen richtig, in dem positiven Sinn, dass dieser Kompromiss zwischen Straße und Trail sinnvoll ist, da er neue Laufstrecken ermöglicht.

Jessicas Fazit auf einen Blick
  • Ideal für Gelegenheitsläufer*innen und Anfänger*innen, die Trails ausprobieren möchten
  • Gute Option für kürzere Distanzen und moderate Höhenunterschiede sowie für längere Läufe mit wechselnden Untergrundverhältnissen
  • Nicht für extreme Wetterbedingungen oder anspruchsvolles Gelände konzipiert
  • Sinnvoller Kompromiss zwischen Straße und Trail

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Wenn du einen Schuh mit größerem Fokus auf den Trail und direkterem Laufgefühl suchst, lies auch unseren Testbericht zum adidas TERREX Agravic Flow 2.0.
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